Pinterest-CEO fordert weltweites Verbot sozialer Medien für unter 16-Jährige

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Bill Ready, CEO von Pinterest, hat mit den Branchennormen gebrochen, indem er sich für ein weltweites Verbot des Zugriffs auf soziale Medien für Personen unter 16 Jahren ausgesprochen hat. In einem LinkedIn-Beitrag vom Freitag erklärte Ready, dass ein klarer und durchgesetzter Standard notwendig sei, und forderte Rechenschaftspflicht sowohl von mobilen Betriebssystemen als auch von den von ihnen gehosteten Anwendungen.

Der Ruf nach Regulierung inmitten rechtlicher Prüfung

Readys Haltung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Google und Meta derzeit in Los Angeles vor einem Prozess stehen, in dem behauptet wird, dass ihre Plattformen zu einer wachsenden psychischen Krise bei Jugendlichen beitragen. Die Jury berät derzeit über den Fall, der einen Präzedenzfall dafür schaffen könnte, wie Social-Media-Unternehmen für das Wohlergehen der Nutzer verantwortlich gemacht werden.

„Wir brauchen einen klaren Standard: keine sozialen Medien für Jugendliche unter 16 Jahren, gestützt durch echte Durchsetzung und Verantwortung für Mobiltelefon-Betriebssysteme und die darauf laufenden Apps“, schrieb Ready in einem auf LinkedIn veröffentlichten Aufsatz.

Der CEO nannte Australiens bestehendes Verbot des Zugangs von Jugendlichen zu sozialen Medien als mögliches Modell für die weltweite Umsetzung. Ein Pinterest-Sprecher lehnte einen weiteren Kommentar zu der Aussage ab.

Eine Abkehr von Branchentrends

Diese Position ist unter Technologieführern ungewöhnlich, da große Unternehmen aufgrund der psychischen Auswirkungen ihrer Produkte auf junge Benutzer zunehmendem Druck von Regulierungsbehörden und Gesetzgebern ausgesetzt sind. Pinterest selbst erfordert, dass Nutzer in den USA mindestens 13 Jahre alt sind, um sich anzumelden, obwohl die Plattform aktiv versucht, die Generation Z – die zwischen 1997 und 2012 Geborenen – anzulocken, wobei etwa ein Drittel ihrer Nutzerbasis zwischen 17 und 25 Jahren alt ist.

Implikationen und Zukunftsaussichten

Die Befürwortung von Ready deutet darauf hin, dass in der Technologiebranche zunehmend erkannt wird, dass die derzeitigen Schutzmaßnahmen unzureichend sind. Die Debatte über den Zugang junger Menschen zu sozialen Medien intensiviert sich und der Ausgang des Prozesses in Los Angeles wird wahrscheinlich Einfluss auf künftige Vorschriften haben. Ob andere führende Technologieunternehmen diesem Beispiel folgen werden, bleibt abzuwarten, aber die Forderung nach einer strengeren Durchsetzung markiert einen deutlichen Wandel in der Diskussion über digitales Wohlbefinden.