Der europäische App-Markt ist im Wandel, mit einer deutlichen Verschiebung der Benutzerpräferenzen und Einnahmequellen. Apps mit künstlicher Intelligenz (KI), insbesondere ChatGPT, dominieren mittlerweile die Downloads, während etablierte soziale Plattformen wie Facebook an Boden verloren haben. Eine neue Analyse von AppFigures zeigt die beliebtesten Apps nach Downloads und Umsatz in der Europäischen Union, im Vereinigten Königreich und in der Türkei und verdeutlicht erhebliche Unterschiede im Verbraucherverhalten zwischen den Regionen.
Die Download-Leader: KI und Shopping Reign Supreme
Laut Schätzungen für das Jahr 2025 lag ChatGPT mit über 64 Millionen Installationen an der Spitze der EU-Download-Charts, gefolgt von Temu mit fast 44 Millionen. Die nächsthöheren Apps – Threads, TikTok, CapCut und Google Gemini – erreichten jeweils über 25 Millionen Downloads, aber der Abstand vergrößerte sich danach dramatisch. Abgerundet wurden die Top Ten durch WhatsApp Messenger, Revolut, Vinted und Lidl Plus.
Weitere prominente Apps in den Top 20 waren Duolingo, SHEIN, Instagram, Telegram, Klarna, Uber, Microsoft Teams, Canva, Pinterest und Snapchat. Die schiere Anzahl an Shopping-Apps – Temu, SHEIN, Vinted, Lidl Plus und Klarna – weist auf einen starken Verbraucherfokus auf den digitalen Handel hin. Das Vorhandensein von Produktivitätstools wie ChatGPT und Google Gemini signalisiert eine breitere Akzeptanz von KI im täglichen Leben.
Umsatz vs. Downloads: TikTok übernimmt die Führung
Während Downloads beliebt sind, zeichnen Umsatzrankings ein ganz anderes Bild. TikTok ist die umsatzstärkste App in der EU und generiert einen geschätzten Umsatz von über 740 Millionen Euro. Und das, obwohl es bei den Downloads nur auf dem vierten Platz liegt. ChatGPT belegt mit 448 Millionen Euro den zweiten Platz und beweist, dass KI-Abonnements Benutzer in zahlende Kunden verwandeln.
Interessanterweise haben Dating-Apps wie Tinder (429 Millionen Euro) und Bumble (125 Millionen Euro) einen hohen Umsatz, obwohl sie nicht zu den am häufigsten heruntergeladenen Apps gehören. Auch Streaming-Plattformen wie Disney+ (351 Millionen Euro) und Amazon Prime Video (323 Millionen Euro) dominieren das Ergebnis, getrieben durch Abo-Modelle. Diese Kluft zwischen Downloads und Umsatz unterstreicht, dass kostenlose Apps zwar die meisten Nutzer anziehen, aber abonnementbasierte Dienste den größten Gewinn generieren.
Regionale Unterschiede: Großbritannien und die Türkei stechen heraus
Die App-Präferenzen variieren erheblich je nach Land. Der britische Markt weist eine stärkere Präsenz lokaler Dienstleistungs- und Finanzmarken wie GOV.UK ID Check, HMRC, Monzo und Tesco auf. Auch Microsoft Authenticator gehört zu den Top 20 in Großbritannien, was die Bedeutung der digitalen Sicherheit am Arbeitsplatz widerspiegelt.
Die App-Landschaft der Türkei ist deutlich anders. Von der Regierung unterstützte digitale Dienste, darunter e-Devlet Kapısı und e-Nabız, dominieren neben Telekommunikations- und Banking-Apps wie Turkcell, Türk Telekom und Garanti BBVA Mobile die Downloads. Dies zeigt, wie tief die öffentlichen Dienste in den türkischen Mobilgewohnheiten verankert sind. Lokale E-Commerce-Plattformen wie Trendyol und Sahibinden haben ebenfalls einen hohen Rang, was auf eine Präferenz für inländische Marktplätze hindeutet.
Wichtige Erkenntnisse: Der Aufstieg von KI- und Abonnementmodellen
Die App-Daten für 2025 bestätigen einen klaren Trend: KI wird schnell zum Mainstream, allen voran ChatGPT. Shopping-Apps erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit, aber der Umsatz wird zunehmend durch abonnementbasierte Dienste und In-App-Käufe getrieben. Diese Zahlen spiegeln die Gesamtausgaben der Verbraucher vor Plattformgebühren wider (Kürzung von Apple und Google um 30 %), sodass die Einnahmen der Entwickler niedriger sind.
Letztendlich hängt der Erfolg einer App nicht nur von Downloads ab, sondern auch von ihrer Fähigkeit, Benutzer effektiv zu monetarisieren, sei es durch Abonnements, Premium-Funktionen oder digitale Inhalte.
