OnePlus ist mit dem Pad Go 2 in den Tablet-Markt eingestiegen, einem Android-Gerät für unter 500 US-Dollar, das sich an Benutzer richtet, die eine Alternative zu Apples dominierender iPad-Reihe suchen. Während das Pad Go 2 ein vertrautes, optimiertes Erlebnis bietet, insbesondere für diejenigen, die von iOS migrieren, mangelt es im Vergleich zu seinem Hauptkonkurrenten an reiner Leistung und wichtigen Funktionen.
Design und Vertrautheit
Das OnePlus Pad Go 2 ähnelt vom physischen Design her stark den iPads. Dies ist Absicht: OnePlus hat eindeutig darauf abgezielt, den Übergang für iPhone-Benutzer zu erleichtern, indem es das klare Layout des Startbildschirms und intuitive Gesten reproduziert. Der größte visuelle Unterschied besteht in der Form des App-Symbols (rund vs. quadratisch unter iOS), aber funktionell fühlt sich die Benutzeroberfläche bemerkenswert ähnlich an. Diese Ähnlichkeit ist kein Zufall; Android-Tablets hatten in der Vergangenheit Probleme mit der Benutzerakzeptanz, und eine vertraute Erfahrung ist ein klarer Versuch, die Eintrittsbarriere zu senken.
Leistung und Einschränkungen
Das Tablet läuft auf einem MediaTek Dimensity 7300-Ultra-Prozessor, gepaart mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher. Diese Konfiguration bewältigt alltägliche Aufgaben wie Streaming, Surfen und leichte Spiele problemlos. Allerdings hinkt das Pad Go 2 den neuesten iPads bei der Rechenleistung deutlich hinterher. Geekbench 6-Tests ergeben einen Multi-Core-Score von 3.030, weniger als die Hälfte der 6.233, die der A16-Chip von Apple erreicht. Dieser Leistungsunterschied ist wichtig, da er die Eignung des Geräts für anspruchsvolle Anwendungen wie Videobearbeitung oder komplexe kreative Arbeiten einschränkt.
Die Unterstützung mehrerer Fenster, ein Grundbestandteil moderner Tablets, ist vorhanden, aber unterentwickelt. Das Pad Go 2 bietet Split-Screen-Funktionalität, es fehlen jedoch die flexiblen, in der Größe veränderbaren Fenster, die man auf iPads und Samsung Galaxy Tabs findet. Auch schwebende Fenster sind in ihrer Benutzerfreundlichkeit eingeschränkt, da sie an einer Seite des Bildschirms verankert bleiben und keine echte Anpassung des Arbeitsbereichs per Drag-and-Drop ermöglichen.
Anzeige- und Audioqualität
Das Display mit 2,8K-Auflösung und 900 Nits Helligkeit liefert eine klare, lebendige Bildqualität und eignet sich daher gut für das Streaming von Medien. Die Bildwiederholfrequenz von 120 Hz sorgt für flüssiges Scrollen und Animationen. Allerdings sind die eingebauten Lautsprecher enttäuschend. Trotz vier Treibern ist die Audioqualität blechern und es mangelt an Tiefe, sodass sie eher an Smartphone-Lautsprecher als an ein spezielles Tablet-Erlebnis erinnert.
Akkulaufzeit und Kameraleistung
Die Akkulaufzeit ist ein herausragendes Merkmal: Das OnePlus Pad Go 2 hat im Test fast 14 Stunden durchgehalten und ist damit ideal für Langstreckenreisen oder längere Nutzung ohne häufiges Aufladen. Allerdings sind die 8-Megapixel-Front- und Rückkameras unterdurchschnittlich und erzeugen selbst bei optimalen Lichtverhältnissen verwaschene, körnige Bilder. Dies ist kein Gerät, das für ernsthafte Fotografie konzipiert ist.
Das Urteil: Ein kompetentes, aber nicht führendes Android-Tablet
Das OnePlus Pad Go 2 ist ein funktionales Android-Tablet mit vertrauter Benutzeroberfläche und beeindruckender Akkulaufzeit. Für grundlegende Aufgaben schneidet es gut ab, bleibt aber in puncto Rechenleistung und erweiterten Funktionen wie vollständiger Multi-Window-Unterstützung hinter dem iPad zurück. Die Kameras sind enttäuschend und die Lautsprecher sind enttäuschend.
Für Benutzer, die sich für Android entschieden haben, ist dies eine praktikable Option. Wenn Sie jedoch offen für iOS sind, bietet ein iPad-Basismodell vergleichbare Funktionalität zu einem ähnlichen Preis und überlegener Leistung. Das Pad Go 2 ist für OnePlus ein Schritt in die richtige Richtung, aber es hat noch nicht den Punkt erreicht, an dem es Apples Dominanz im Tablet-Bereich wirklich herausfordern kann.
