Fast die Hälfte der in den Vereinigten Staaten verkauften Eier stammt mittlerweile von käfigfreien Farmen – eine dramatische Veränderung gegenüber Anfang der 2000er Jahre, als nur ein kleiner Prozentsatz dies tat. Trotz der Zusagen großer Lebensmittelunternehmen wie McDonald’s, IHOP und Starbucks, inzwischen vollständig auf Käfighaltung zu verzichten, sind die Fortschritte ins Stocken geraten. Der Hauptgrund? Lebensmittelgeschäfte haben ihre Versprechen nicht vollständig erfüllt.
Über die Hälfte der US-Eier werden in Supermärkten verkauft, was bedeutet, dass ihre Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung ist, um die Käfighaltung von Legehennen zu beenden. Diese Woche hat sich eines der größten Lebensmittelunternehmen des Landes erneut zu seinem Ziel der Käfigfreiheit bekannt, ein Schritt, der das Leid von Millionen von Hühnern verringern wird und die Wirksamkeit gezielter Interessenvertretung gegen große Unternehmen demonstriert.
The Holdout: Ahold Delhaize und der Aktivistendruck
Im vergangenen Jahr konzentrierten sich Tierschutzgruppen auf das niederländische Unternehmen Ahold Delhaize, das große US-Ketten wie Food Lion, Stop & Shop und Giant betreibt. Das Unternehmen hatte versprochen, bis 2025 käfigfrei zu sein, verschob die Frist jedoch auf 2032 und verwies auf Versorgungsprobleme aufgrund der Vogelgrippe, eine geringe Verbrauchernachfrage und hohe Eierpreise.
Aktivisten, darunter das Accountability Board, entgegneten, dass Konkurrenten wie Costco und Trader Joe’s bereits auf fast vollständig käfigfreie Eier umgestiegen seien. Um Maßnahmen zu erzwingen, organisierte der Vorstand Proteste am Hauptsitz von Ahold Delhaize und schaltete während des Super Bowls in wichtigen Märkten Anzeigen.
Der Druck funktionierte. Unter Beibehaltung der Frist von 2032 wird Ahold Delhaize nun jährlich über die Fortschritte berichten und in den Geschäften die Kennzeichnung „Käfigfrei“ aushängen. Diese Transparenz ist ein bedeutender Gewinn, da sie Verantwortung schafft und einen stärkeren Präzedenzfall für andere Einzelhändler schafft.
Wie die Käfigfrei-Bewegung an Dynamik gewann
Die Umstellung auf käfigfreie Eier in den letzten zwei Jahrzehnten beinhaltete zwei Hauptstrategien: Unternehmen davon zu überzeugen, sich zu ändern, und staatliche Gesetze zu verabschieden, die käfigfreie Praktiken vorschreiben. Das Ergebnis war eine erhebliche Verbesserung, auch wenn die Käfigfreiheit keine völlige Garantie für menschenwürdige Bedingungen darstellt.
Die Staaten haben ihre Gesetze umgesetzt, aber die Dynamik hat nachgelassen. Einige Unternehmen entfernten stillschweigend die Käfigfreiheitsverpflichtungen von ihren Websites, was weiteren Druck erforderlich machte. Aus diesem Grund war Ahold Delhaize ein entscheidender Testfall: Könnte der Druck der Unternehmen noch funktionieren?
Der Lebensmittelsektor bleibt der Flaschenhals
Fast-Food-Ketten und Universitätsverpflegungsdienste sind größtenteils auf Eier aus Käfighaltung umgestiegen, aber der Lebensmittelsektor hinkt hinterher. Costco, Trader Joe’s und BJ’s Wholesale sind führend, während Kroger, Publix, Walmart, ALDI, Wegmans, H-E-B und Albertsons entweder hinter dem Zeitplan zurückbleiben oder es an Transparenz mangelt.
Als Hindernisse nennen die Unternehmen die Verbrauchernachfrage und die Vogelgrippe, der tatsächliche Kostenanstieg ist jedoch minimal (ca. 1,6 Cent pro Ei). Das eigentliche Problem besteht darin, dass die anfänglichen Versprechen zur Käfigfreiheit durch Interessenvertretung und nicht durch Verbraucherpräferenzen vorangetrieben wurden, was bedeutet, dass anhaltender Druck von entscheidender Bedeutung ist.
Der schrittweise Fortschritt hin zu käfigfreien Eiern scheint angesichts des Ausmaßes des Tierleids in der Massentierhaltung unzureichend zu sein. Die letzten zwei Jahrzehnte haben jedoch gezeigt, dass selbst eine kleine Bewegung eine starke Branche in eine bessere Richtung bewegen kann. Es bleibt die Frage, ob diese Dynamik bis 2032 und darüber hinaus anhalten wird.



























