Volkswagen und Uber starten autonome Mikrobustests in Los Angeles

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Die Mobilitätstochter von Volkswagen, MOIA America, hat offiziell eine Partnerschaft mit Uber geschlossen, um mit dem Testen autonomer Mikrobusse in Los Angeles zu beginnen. Dieser Schritt markiert den ersten physischen Schritt in einem mehrjährigen Plan zur Einführung eines kommerziellen Robotaxi-Dienstes in den Vereinigten Staaten, beginnend mit dem legendären elektrischen ID. Buzz Minivan.

Der Rollout-Plan: Vom Sicherheitstreiber zur vollständigen Autonomie

Die Testphase soll in den nächsten Wochen beginnen, wobei eine erste Flotte von etwa 10 autonomen ID. Buzz-Fahrzeuge. Während das Serienmodell auf die Beförderung von vier Passagieren ausgelegt ist, folgt die Einführung einem vorsichtigen, abgestuften Ansatz:

  • Phase 1 (aktuell): Tests mit menschlichen Sicherheitskräften an Bord, um die Leistung zu überwachen und die Software zu verfeinern.
  • Phase 2 (Ende 2026): Der geplante Start für den kommerziellen Robotaxi-Dienst.
  • Phase 3 (2027): Der Übergang zum vollständig fahrerlosen Betrieb, wodurch die Notwendigkeit menschlicher Sicherheitsfahrer entfällt.

Um diese Expansion zu unterstützen, haben die Unternehmen bereits eine gemeinsame Betriebsstätte in Los Angeles gegründet. Während die anfängliche Flotte klein ist, beabsichtigt Volkswagen, den Betrieb auf mehr als 100 autonome Fahrzeuge in der Region auszuweiten.

Strategischer Kontext: Warum Los Angeles und warum jetzt?

Los Angeles wurde aufgrund seiner tief verwurzelten Autokultur und seiner Geschichte bei der Einführung neuer Mobilitätstechnologien als Startrampe ausgewählt. Allerdings steht das Projekt vor einer komplexen Regulierungslandschaft. Bevor diese Fahrzeuge Fahrgästen Gebühren für die Fahrten berechnen können, muss MOIA America wichtige Genehmigungen von zwei kalifornischen Behörden einholen:
1. Das California Department of Motor Vehicles (DMV): Zur Regulierung der Tests und des Einsatzes autonomer Fahrzeuge.
2. Die California Public Utilities Commission (CPUC): Zur Genehmigung des Ride-Hailing-Aspekts des Dienstes.

Die Umbenennung der autonomen US-Sparte von Volkswagen von „Volkswagen ADMT“ in „MOIA America“ signalisiert ebenfalls einen strategischen Wandel. Durch die Angleichung der US-Niederlassung an die etablierten europäischen Niederlassungen von MOIA, die bereits Fahrgemeinschaften und autonome Tests in Städten wie Hamburg und Berlin durchführen, versucht Volkswagen, eine einheitliche globale Marke für seine autonomen Mobilitätsbemühungen zu schaffen.

Ubers vielfältiger Ansatz zur Autonomie

Diese Partnerschaft unterstreicht die umfassendere Strategie von Uber, seine Wetten im Bereich der autonomen Fahrzeuge (AV) abzusichern. Anstatt sich auf eine einzige Technologie zu verlassen, unterhält Uber Partnerschaften mit 25 verschiedenen Unternehmen in den Bereichen Lieferung, Drohnen und LKW-Transporte.

Während Ubers prominentester US-Partner Waymo ist, erweitert die Zusammenarbeit mit Volkswagen/MOIA sein Portfolio um ein einzigartiges Hardwareelement. Durch die Integration der speziellen Elektro-Mikrobusse von Volkswagen positioniert sich Uber in der Lage, nicht nur den Standard-Ride-Hailing, sondern auch spezielle städtische Nahverkehrslösungen zu dominieren.

Der Übergang vom traditionellen Ride-Hailing zu autonomen Mikrobussen stellt einen bedeutenden Wandel in der städtischen Logistik hin zu leistungsstarken, elektrischen und fahrerlosen Transportmodellen dar.

Schlussfolgerung
Das Pilotprojekt in Los Angeles ist ein entscheidender Lackmustest dafür, ob die Hardware von Volkswagen und die Software von Uber die regulatorischen und technischen Hürden des realen städtischen Nahverkehrs erfolgreich überwinden können. Im Erfolgsfall könnte es den Grundstein für die Erweiterung der autonomen Flotte in den Vereinigten Staaten legen.