Internetfehler im Iran. Dann fällt der Hammer.

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Es kam zurück.
Zumindest sah es so aus.

Zum ersten Mal seit 88 Tagen erreichte am Dienstag ein schwaches Signal von außen iranische Nutzer. Der Stromausfall – diese dicke, erstickende Wand digitaler Stille – zeigte einen Riss.

Aber die Justiz hatte kein Verständnis dafür.

Das legale Bremspedal

Das Verwaltungsgericht drückte hart auf die Pause-Taste.
Ein Gericht, das der Judikative unabhängig von der Präsidialverwaltung untersteht, schritt ein. Es stoppte die Durchsetzung eines Dokuments zur Einrichtung eines Sonderausschusses für die Verwaltung des Cyberspace. Dies war das Dokument, das der Anordnung zur Wiederherstellung des Dienstes zugrunde lag.

Sie akzeptierten Beschwerden, die die Aufhebung des Urteils forderten. Nun werden die angefochtenen Regelungen außer Kraft gesetzt. Noch keine endgültige Entscheidung, nur ein Aufschub.

Dies ist ein Standardverfahren für öffentliche Stellen, die sich mit Verwaltungsentscheidungen herumschlagen. Sie haben die Macht, Dinge einzufrieren. Und das taten sie.

Wer hat was versprochen?

Zuvor hatte sich die Regierung zuversichtlich geäußert. Sogar fast schwindelig.

Mohammad Reza Aref – erster Vizepräsident unter Präsident Masoud Pezeshkian – leitete ein Treffen, bei dem sie dafür stimmten, das Internet vor Januar 2026 wieder in seinen Zustand zu versetzen.

„Der erste Schritt hin zu einem freien und regulierten Zugang ist getan.“

Aref hat dies auf X gepostet. Er sprach über die Erleichterung intelligenter Dienste. Barrieren beseitigen. Den Forderungen der Öffentlichkeit gerecht werden.
Er bezeichnete es als einen Sieg für Wissen und Führung.

Präsident Pezeshkian soll den Kommunikationsminister angewiesen haben, die Türen zum internationalen Netz zu öffnen.

Auch die Zahlen hörten sich gut an.
ISNA zitierte eine Quelle, die behauptete, die Wiederverbindung sei im Gange. Innerhalb von vierundzwanzig Stunden hätte jeder Zugang.

Ehsan Chitsaz, ein Stellvertreter des Ministeriums, schloss sich dem Optimismus an. Innerhalb von Minuten würden Verbindungen angezeigt. Dann schrittweise Erweiterung. Bis zum nächsten Tag? Volle Kraft voraus.

Den Daten ist es egal

Außer es funktioniert nicht.
Oder zumindest nicht überall. Nicht wirklich.

NetBlocks überwacht diese Dinge. Sie betrachten den reinen Datenverkehr, nicht die Pressemitteilungen.
Ihr Bericht? Immer noch offline.
Für die Menschen vor Ort im Iran bleibt die Isolation bestehen.

Zwanzig null acht acht Stunden Blackout.
Achtundachtzig Tage Abgeschnittenheit.

Widersprüchliche Berichte häufen sich wie nasses Zeitungspapier. CITNA sagt, dass Festnetzanschlüsse wieder verfügbar sind. Aref sagt, dass es Fortschritte gibt.
Die Realität scheint lückenhaft, flackernd, fragil zu sein.
Live-Metriken zeigen, dass sich am Dienstag etwas bewegt, aber niemand weiß, ob es so bleiben wird. Oder ob es sogar über ein paar lokalisierte Taschen hinaus funktionierte.

Hat es funktioniert?
Wahrscheinlich nicht wie beworben.

Die einstweilige Verfügung des Gerichts deutet darauf hin, dass die rechtlichen Grundlagen wackelig sind. Vielleicht zu wackelig. Der Befehl zur Wiedereröffnung könnte eher ein politisches Signal als eine technische Errungenschaft gewesen sein. Eine Geste gegenüber den Menschen, die in Arefs Worten „fest zum System stehen“.

Jetzt warten wir.
Damit die gerichtliche Überprüfung ihren Lauf nehmen kann. Damit die Bandbreite tatsächlich fließt, wenn sie überhaupt fließt. Der Bildschirm könnte heller werden, oder es könnte einfach nur das grelle Licht einer anderen bürokratischen Hürde sein, die auf sie zurückgeworfen wird.

Wer weiß, auf welcher Seite des Servers die Wahrheit lebt.